Blauzungenkrankheit in Deutschland & Bayern – Aktuelle Lage und Maßnahmen

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Seit 2024 ist die Blauzungenkrankheit (BTV) in Deutschland weit verbreitet. Besonders die Serotypen BTV-3 und seit 2025 auch BTV-8 sind relevant. Tierhalter sollten die aktuelle Lage kennen, um ihre Bestände zu schützen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Was die Blauzungenkrankheit ist und weshalb sie bekämpft wird, haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst: Blauzungenkrankheit (BTV) – Grundlagen, Symptome und Risiken für Tiere


Aktuelle Situation in Bayern

  • BTV-3: Weit verbreitet, Deutschland gilt als Ganzes nicht mehr als seuchenfrei.

  • BTV-8: Seit 2025 erstmals in Bayern (Landkreis Berchtesgadener Land) nachgewiesen.

  • Regional unterschiedlich: Maßnahmen wie Verbringungseinschränkungen oder zusätzliche Tests werden je nach Landkreis oder Regierungsbezirk unterschiedlich angewendet.

Hinweis: Die aktuellen Risikogebiete werden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht.


Maßnahmen zur Bekämpfung

Impfungen

Serotypspezifische Impfungen sind das zentrale Mittel. Besonders wichtig für bisher ungeimpfte Bestände oder Regionen mit niedriger Immunität. Impfungen werden in Bayern bezuschusst, um die Quote zu erhöhen.

Einschränkungen beim Viehverkehr

  • Für BTV-3 gibt es innerhalb Deutschlands keine pauschalen Verkehrssperren, solange Tiere klinisch gesund sind.

  • Für BTV-8 gelten regionale Beschränkungen, z. B. Tierarztbestätigung, Tests oder Impfnachweise, abhängig vom Landkreis oder Regierungsbezirk.

Überwachung & Diagnostik

  • Bluttests (PCR) bei Verdachtsfällen.

  • Frühzeitige Meldung an Veterinäramt.

  • Dokumentation von Impfungen und Testergebnissen wird empfohlen.


Warum die Regeln regional unterschiedlich sind

  • Abhängig von aktuellen Ausbrüchen, Serotypen und Risikoeinschätzung.

  • Behörden passen Maßnahmen dynamisch an das lokale Infektionsgeschehen an.

  • Landkreise können zusätzliche Vorschriften erlassen, um die Ausbreitung zu verhindern.

Tipp: Tierhalter sollten regelmäßig die Webseiten von LGL und ihrem lokalen Veterinäramt prüfen, um aktuelle Informationen zu erhalten.


Empfehlungen für Tierhalter

  • Impfungen frühzeitig durchführen, auch Auffrischungen planen.

  • Seuchenstatus des eigenen Landkreises prüfen.

  • Tierbewegungen dokumentieren und ggf. Genehmigungen oder Tests einholen.

  • Symptome beobachten und bei Verdacht sofort Veterinär informieren.


FAQ – Häufige Fragen zur aktuellen Lage

Welche Serotypen der Blauzungenkrankheit sind aktuell relevant?
BTV-3 ist weit verbreitet, während BTV-8 seit 2025 in Bayern erstmals nachgewiesen wurde.

Gibt es deutschlandweit einheitliche Regeln für den Viehverkehr?
Nein. Für BTV-3 gibt es keine pauschalen Einschränkungen, für BTV-8 gelten regional unterschiedliche Vorschriften, abhängig vom Ausbruchsgeschehen.

Wo finde ich aktuelle Informationen zu Risikogebieten?
Aktuelle Risikogebiete werden auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) veröffentlicht.

Sind Impfungen sinnvoll?
Ja, serotypspezifische Impfungen sind der beste Schutz gegen Ausbrüche und schwere Krankheitsverläufe.


Fazit – Wachsamkeit ist entscheidend

Die Blauzungenkrankheit bleibt eine ernsthafte Herausforderung für Landwirte in Deutschland und Bayern. Die Kombination aus Impfungen, regional angepassten Vorschriften und Überwachung ist der beste Schutz. Aktuelle Informationen von LGL und Veterinärämtern sollten regelmäßig geprüft werden, um Risiken für Tierbestände zu minimieren.


Friedrich-Loeffler-Institut – Blauzungenkrankheit

Bayerischer Bauernverband – Informationen zu BTV


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