Tierseuchen 2025: ASP, Blauzungenkrankheit und neuer MKS-Impfstoff – aktuelle Lage für Landwirte

RibaVet GmbH
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Die Tierseuchenlage in Europa bleibt auch 2025 herausfordernd. Besonders die Afrikanische Schweinepest (ASP), die Blauzungenkrankheit (BTV) und neue Entwicklungen zur Maul- und Klauenseuche (MKS) stehen im Fokus. Dieser Bericht fasst die wichtigsten Erkenntnisse für landwirtschaftliche Betriebe kompakt zusammen.


Afrikanische Schweinepest: Entwicklung der Fallzahlen 2022–2025

In Deutschland zeichnet sich eine vorsichtige Entspannung ab.
In Sachsen wurde zuletzt nur ein aktiver ASP-Fall bei Wildschweinen bestätigt. Seit 2020 wurden dort insgesamt 2.398 infizierte Wildschweine gefunden. Hausschweine sind weiterhin nicht betroffen.

Trotzdem bleibt die Lage international angespannt:

  • Estland: 55.000 gekeulte Schweine (≈ 20 % des nationalen Bestands)

  • Litauen & Polen: wiederholte Ausbrüche in Wild- und Hausschweinbeständen

Für Schweinehalter bleibt Biosicherheit der wichtigste Schutzfaktor.


Blauzungenkrankheit: Neue Serotypen und Ausbruchslage 2025

In Österreich wurden bis August 2025 über 220 bestätigte BTV-Ausbrüche registriert – und es betrifft mehrere Serotypen gleichzeitig:

  • BTV-3

  • BTV-4

  • BTV-8 (erstmals wieder seit 2025)

Das gleichzeitige Auftreten verschiedener Serotypen erhöht das Risiko neuer Einträge nach Deutschland.

Für Rinder- und Schafbetriebe gewinnt professioneller Vektorenschutz (Gnitzenkontrolle) deutlich an Bedeutung.

Weitere Informationen zu BTV finden Sie hier:

Blauzungenkrankheit (BTV) – Grundlagen, Symptome und Risiken für Tiere

Blauzungenkrankheit in Deutschland & Bayern – Aktuelle Lage und Maßnahmen


Durchbruch beim mRNA-Impfstoff gegen Maul- und Klauenseuche

Erstmals gibt es gute Nachrichten im Bereich MKS-Bekämpfung:
Ein neu entwickelter mRNA-Impfstoff wurde am Friedrich-Loeffler-Institut erfolgreich an Rindern getestet.

Wesentliche Ergebnisse:

  • Vollständiger Schutz nach zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen

  • Deutlich reduzierte Virusausscheidung – eine Weiterverbreitung gilt als sehr unwahrscheinlich

  • Weltweit erster erfolgreich getesteter mRNA-Impfstoff für Großtiere

  • Weitere Studien prüfen, ob eine Einzeldosis ausreicht

Diese Entwicklung könnte langfristig eine entscheidende Rolle in der Tierseuchenbekämpfung spielen.


Was bedeutet das für landwirtschaftliche Betriebe?

1. Biosicherheit bleibt entscheidend

Strenge Stallhygiene, Schutzkleidung, Transporthygiene und Besucherregelungen sind weiterhin der wirksamste Schutz vor ASP und MKS.

2. Vektorenschutz verstärken

Aufgrund der BTV-Ausbreitung sind Gnitzenfallen, Insektenschutzmittel und Weidemanagement wichtiger denn je.

3. Verdachtsfälle früh melden

Eine schnelle Meldung hilft, Restriktionszonen klein zu halten und wirtschaftliche Schäden zu begrenzen.


Fazit

ASP bleibt eine Gefahr, auch wenn die Lage in Deutschland stabiler wird. Die Blauzungenkrankheit entwickelt sich international dynamisch, und der neue mRNA-Impfstoff gegen MKS könnte langfristig einen Wendepunkt darstellen.
Für landwirtschaftliche Betriebe heißt das: Biosicherheit stärken, Vektoren kontrollieren, informiert bleiben.


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