Blauzungenkrankheit (BTV) – Grundlagen, Symptome und Risiken für Tiere

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Die Blauzungenkrankheit (BTV) ist eine viral bedingte Infektionskrankheit, die vor allem Rinder, Schafe und Ziegen betrifft. Sie ist für Tierhalter besonders relevant, weil sie Leistungseinbußen, wirtschaftliche Schäden und in schweren Fällen Tierverluste verursachen kann. Hier erfahren Sie kurz und bündig alle Grundlagen zur Blauzungenkrankheit. Weitere Informationen zur aktuellen Lage finden Sie hier.


Was ist die Blauzungenkrankheit?

Erreger und Serotypen

Blauzungenkrankheit wird durch das Blauzungenvirus (BTV) verursacht, ein Virus aus der Familie der Reoviridae. Es gibt mehrere Serotypen, darunter BTV-3 und BTV-8, die sich in Übertragungsart, Virulenz und geografischer Ausbreitung unterscheiden.

Übertragung

Die Infektion erfolgt nicht direkt von Tier zu Tier, sondern über blutsaugende Gnitzen (Culicoides-Mücken). Deshalb kann die Erkrankung schnell saisonal auftreten, insbesondere in den warmen Monaten.


Warum ist BTV ein Thema für Landwirte?

Tiergesundheit

BTV kann Fieber, Lahmheiten und Schleimhautentzündungen verursachen. Bei Schafen kommt es teilweise zu schweren Verläufen bis zum Tod.

Leistungseinbußen

Milchleistung kann deutlich sinken; Gewichtszunahme bei Masttieren verzögert sich.

Wirtschaftliche Bedeutung

Ausbrüche führen zu Tierverlusten, Handelsbeschränkungen und höheren Kosten für Impfungen und Prävention.

Keine Gefahr für Menschen

Das Virus ist nicht zoonotisch, also ungefährlich für Menschen. Fleisch und Milch gelten als unbedenklich.


Typische Symptome bei Wiederkäuern

Tierart Symptome
Rinder Fieber, Speichelfluss, leicht geschwollene Schleimhäute, reduzierte Milchleistung
Schafe Schwere Lahmheiten, Entzündungen im Maul und an Lippen, teils Todesfälle
Ziegen Meist mild, ähnliche Symptome wie bei Schafen, selten tödlich

Hinweis: Viele Tiere zeigen nur milde oder keine Symptome, können das Virus aber trotzdem übertragen.


Prävention und Schutzmaßnahmen

Impfungen

Serotypspezifische Impfstoffe senken Risiko für Erkrankung und Ausbreitung. Besonders wichtig für Tiere in bisher wenig betroffenen Regionen oder Bestände mit niedriger Immunität.

Hygiene & Management

Maßnahmen wie Insektenreduzierung im Stall, Schutznetze, sauberes Management von Weideflächen und saisonale Bewegungsplanung helfen, die Übertragung zu verhindern.

Überwachung

Früherkennung durch Tierarztbesuche und Tests bei Verdacht auf Infektion ist entscheidend, um Ausbrüche früh einzudämmen.


FAQ – Häufige Fragen zur Blauzungenkrankheit

Was ist die Blauzungenkrankheit?
Die Blauzungenkrankheit (BTV) ist eine Virusinfektion bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen und Ziegen. Übertragen wird sie hauptsächlich durch blutsaugende Mücken (Gnitzen).

Welche Tiere sind von BTV betroffen?
Hauptsächlich Rinder, Schafe und Ziegen. Auch Wildwiederkäuer können infiziert werden, Menschen sind jedoch nicht gefährdet.

Welche Symptome zeigen infizierte Tiere?
Fieber, Lahmheiten, Schleimhautentzündungen, Speichelfluss. Bei Schafen können schwere Verläufe bis zum Tod auftreten, Rinder meist milder.

Wie kann man Blauzungenkrankheit vorbeugen?
Durch serotypspezifische Impfungen, Hygienemaßnahmen, Insektenschutz, Beobachtung der Tiere und frühzeitige Meldung bei Verdacht.

Ist Blauzungenkrankheit für Menschen gefährlich?
Nein, das Virus ist nicht zoonotisch. Fleisch und Milch von infizierten Tieren sind unbedenklich.


Fazit – Warum Vorsorge entscheidend ist

Blauzungenkrankheit ist ein dynamisches Tiergesundheitsproblem. Auch wenn sie für Menschen ungefährlich ist, kann sie für die Landwirtschaft erheblichen Schaden verursachen. Impfungen, Präventionsmaßnahmen und Monitoring sind daher essenziell, um Tierverluste zu vermeiden und die Ausbreitung des Virus zu kontrollieren.


Friedrich-Loeffler-Institut – Blauzungenkrankheit

Bayerischer Bauernverband – Informationen zu BTV


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