Atemwegserkrankungen gehören zu den häufigsten Problemen in der Kälberaufzucht im Winter. Besonders der sogenannte Rindergrippe-Komplex tritt in dieser Jahreszeit gehäuft auf und führt schnell zu Leistungsabfall und längeren Genesungszeiten.
Oft wird die Kälte selbst als Ursache gesehen, tatsächlich ist jedoch das Stallklima entscheidend. Hohe Luftfeuchtigkeit, unzureichender Luftaustausch und steigender Keimdruck bilden die eigentliche Grundlage für Krankheitsausbrüche. Hinzu kommt, dass Kälber in den ersten Lebenswochen besonders empfindlich auf Stress und Schwankungen reagieren.
Die ersten Symptome bleiben im Alltag häufig unbemerkt. Ein leichter Husten oder eine reduzierte Futteraufnahme werden schnell unterschätzt, obwohl genau hier der beste Zeitpunkt für Gegenmaßnahmen liegt.
Bei größeren oder regelmäßigen Ausbrüchen ist eine Impfung unbedingt zu empfehlen. Doch bis dahin:
Sofortmaßnahmen im Überblick:
- Kontrolliere morgens gezielt die Luft im Kälberstall und achte dabei auf Geruch und Feuchtigkeit, da dies oft die ersten Hinweise auf schlechte Luftqualität sind.
- Stelle sicher, dass Luftaustausch möglich ist, ohne dass einzelne Tiere direkt im Luftstrom stehen.
- Beobachte Kälber beim Tränken bewusst auf frühe Veränderungen im Trinkverhalten.
- Isoliere Tiere mit ersten Symptomen frühzeitig, um die Erregerlast im Bestand zu reduzieren.