Kälberdurchfall ist im Winter eines der zentralen Probleme in der Aufzucht. Besonders Kryptosporidien spielen in dieser Jahreszeit eine wichtige Rolle, da sie in feuchter Umgebung lange überleben und sich leicht im Bestand verbreiten.
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass nicht allein der Erreger entscheidend ist. Viel häufiger sind es Schwächen im Hygienemanagement, die zu wiederkehrenden Problemen führen. Dazu gehören unzureichend gereinigte Tränkeutensilien, fehlende Trennung zwischen Tiergruppen und eine zu geringe Konsequenz in der Stallhygiene.
Auch die Versorgung mit Kolostrum spielt eine entscheidende Rolle. Kälber, die in den ersten Stunden nicht ausreichend Antikörper aufnehmen, reagieren deutlich empfindlicher auf jede Form von Infektionsdruck.
Maßnahmen im Überblick:
- Reinige Tränkeeimer und Sauger täglich gründlich, da sich hier die häufigsten Infektionsketten entwickeln.
- Trenne kranke und gesunde Kälber konsequent, auch wenn der Aufwand im Alltag höher ist.
- Prüfe regelmäßig die Kolostrumaufnahme der ersten Lebensstunden, insbesondere bei schwachen Kälbern.
- Reagiere bei ersten Durchfallsymptomen sofort mit Elektrolyten, um Folgeschäden zu vermeiden.